Argentinien / Chile

2007 hatte ich die Möglicheit, bei einem bekannten Reiseunternehmen an einer Pilotreise teilzunehmen. Die Reise war nicht als Pilotreise ausgewiesen, wurde aber nur im Frühling 2007 angeboten. Danach änderte sich der Verlauf der Tour, was ich sehr bedaure.

 

Wer glaubt, sich am Ende der Welt in touristisches Niemandsland zu begeben, wird sich wundern. Beide Länder bieten zahlreiche Möglichkeiten, Land und Leute kennen zu lernen und können gut mit dem Organisationstalent der Isländer mithalten.

 

Nach einer kurzen Stadtbesichtigung in Buenos Aires sind wir nach Trelew geflogen und besuchten das Naturreservat der Halbinsel Valdés. Hier ist man nur wenige Meter von den See-Elefanten und den Seelöwen entfernt, die - zumindest bei unserem Besuch - friedlich am Strand schliefen. Sowohl auf der Halbinsel als auch im Tierreservat von Punta Tomba gibt es Kolonien der Magellan-Pinguinen, die unheimlich zutraulich sind.

 

Nach einer wegen Unwetter durchgemachten Nacht auf dem Flughafen ging es in den frühen Morgenstunden nach Ushuaia. Die südlichste Stadt Argentiniens am Beagle-Kanal ist das touristische Epi-Zentrum in Feuerland. Es gibt viele Shops und sehr gute Restaurants und Bars. Nach einer Fahrt über den Beagle-Kanal mit einem Katamaran unternahmen wir noch kurze Wanderungen im Nationalpark. Und natürlich habe ich mir am Fin del Mundo (Ende der Welt) den typischen Stempel in meinen Reisepass drücken lassen.

 

Vom Ende der Welt ging es weiter nach El Calafate am Lago Argentino. Von hier aus starten die Touren in den Nationalpark Los Glaciares. Mit einem Katamaran ging es zu den Ornelli, Upsala- und Spegazzini-Gletschern. Ein beeindruckendes Erlebnis, auf so hohe Abbruchkanten zu gucken. Nach unserer Rückkehr machten wir noch einen Abstecher zum ständig kalbenden Perito Moreno. Leider war es mir nicht vergönnt, einen großen Eisabbruch zu fotografieren.

 

Mit dem Pkw ging es dann weiter in den Torres del Paine Nationalpark.  Und im Gegensatz zu vielen Besuchern hatten wir Traumwetter. Freie Sicht auf die Paine-Türme und einen wunderschönen Sonnenunter- und -aufgang vor der Kulisse der "Hörnchen" (Cuernos del Paine) am Lago Pehoe. Zu viert unternahmen wir kleinere Wanderungen im Nationalpark und fuhren dann zum Grey-Gletscher. Auf der Rückfahrt zum Hotel mußten wir an einer gesperrten Brücke anhalten. Die Brücke wurde an diesem Tag von der chilenischen Präsidentin eingeweiht. Während in Deutschland für den zeitgleich stattfindenden G8-Gipfel in Heiligendamm Unsummen zur Abschirmung der Politiker ausgegeben wurde, gab es in Chile so gut wie keine Sicherheitsvorkehrungen. Ich habe die Präsidentin um ihren Rundflug über das patagonische Inlandeis beneidet. Ein weiteres Highlight: Unter den wartenden Touristen waren Wolfgang Niedecken von BAP und Manfred Hell, Vorsitzender Geshäftsführer von Jack Wolfskin, die jedes Jahr eine "Herrentour" unternehmen. Warum gibt es hier kein Bild der beiden Herren? Ich habe keine Lust auf rechtliche Auseinandersetzungen und so bleibt das Foto in meinem Privatarchiv zur Erinnerung.

 

Vom Torres del Peine ging es dann über Santiago de Chile nach San Pedro de Atacama. Wer eine Reise nach Argentinien und Chile plant, sollte nicht den Kontinent verlassen, ohne die Atacama-Wüste besucht zu haben. Die Flamingos an den Salzseen und das beeindruckende Val de la Luna sind einen Abstecher wert. Leider gab es für uns keine Möglichkeit nach Bolivien auf den Altiplano zu fahren. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

 

Dafür ging es mit einem Jeep innerhalb kürzester Zeit zu den Tatio-Geysiren auf ca. 4.300 Meter. Da bei diesen Touren keine Höhenanpassung stattfindet, kommt es immer wieder zu Gesundheitsproblemen bei den Touristen. Man sollte allerdings darauf verzichten, als vorauseilender Gehorsam irgendein blutverdünnendes Medikament zu nehmen. Das verschleiert nur die Symptome und eine eventuelle Höhenkrankheit wird zu spät erkannt. Unbedingt die Guides informieren, wenn man Probleme hat. Mir hat jedenfalls ordentlich der Schädel gebrummt. Die Kopfschmerztablette gab es aber erst nach der Rückkehr ins Hotel.

 

Irgendwann werde ich diese zwei Länder noch einmal bereisen. Dann hoffentlich mit mehr Zeit für diese außergewöhnlichen Landschaften, für das gute Essen und die sehr netten Menschen.